Die Geschichte der hannoverschen-waadtländischen Familie Schodde
Der Schoddenhof wurde im Mittelalter von der Familie Götker-Schodde übernommen. 26 Generationen haben den Jagd-und Rethemeierhof mit Fischerei, Müllerei und Landwirtschaft geführt, dazu gehörten zahlreiche Heuerlingshöfe in der Umgebung. Die Familie Götker-Schodde gehört zu den ältesten Familien in der Grafschaft Diepholz und zu den ersten Siedlern am Dümmer seit der Zeit Karls des Grossen. Viele Jahrhunderte hindurch trug der Schoddenhof/Götkerhof die Hausnummer 1 (jetzt 6). Ein Vorfahre Johann Schodde wurde von schwedischen Truppen im 30-jährigen Krieg vor seinem Haus ermordet, genauso wie einer seiner Nachkommen von napoleonischen Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Seit dem Jahre 1530 trägt der südliche Teil des Götkerhofs den Namen Schodde oder Chode, ein Namen, der von der Einheiratung des Soldaten Chaudet herführt, der im Jahre 1520 aus den eidgenössischen Söldner-Truppen der Niederlande (Schweizergarden gegen Karl V von Habsburg, der die Niederlande beherrschte) ausgetreten war und die damalige Hoferbin der Familie Götker heiratete. Viele interessante und auch tragische Familiengeschichten haben sich in 800 Jahren zugetragen. Dazu gehört auch die äusserst tragische Geschichte der Hoferbin Anna Götker, die zum Schutz ihrer Kinder vor ihrem autoritären Beamten-Ehemann im Jahre 1748 zu massiven Massnahmen gegriffen hat, die zu Schlagzeilen in ganz Deutschland und zu ihrer Hinrichtung in Lemförde geführt haben. Nach tagelanger grausamer Folter wurde die junge Mutter des Giftmordes an ihrem Beamten-Ehemann für schuldig befunden. Der Beamte hatte offensichtliche erbschleicherische Absichten und wollte sich den Erbhof seiner nicht einmal 18jährigen Frau aneignen. Dabei haben ihm die gleichgesinnten Kollegen im Amtshof in Lemförde geholfen. Der in London und Bergen ausgebildete Hanseatische Kaufmann Georg Friedrich Krone heiratete in den 30iger Jahren des 19. Jahrhunderts auf den Hof und heiratete Anna Dorothea Schodde Hoferbin und baute für seine 14-köpfige Familie das damals modernste Haus in der Grafschaft Diepholz, welches 1917 grösstenteils durch ein Feuer zerstört wurde (heute steht noch der Westflügel, die Windmühle wurde auch 1917 zerstört). Georg Friedrich war ein überzeugter Christ, treuester Untertan des britisch hannoverschen Königshauses und Mitglied der Welfenpartei, sein Sohn sogar bis 1930, der stets für die Unabhängigkeit Hannovers eintrat und auch beim König in London arbeitete. Seine Bibliothek mit Tischbibeln des 12. bis 14. Jahrhunderts war bis zur Zerstörung im Jahre 1917 eine der grössten Privatsammlungen dieser Art. Drei seiner zwölf Kinder wanderten in die USA und nach Australien aus. Die Wheatfields Farm in Victoria Australien, die noch heute von der australischen Schodde Familie geführt wird, ist seit 1855 in Familienbesitz (der bekannte Vogelforscher Richard Schodde entstammt dieser Familie). Auch in Ohio USA fanden Kinder aus der Lembrucher Schodde Familie ein neues Zuhause und wurden zum Teil Mitglieder der US-amerikanischen Verwaltung und selbst des Federal Reserve Boards in Washington zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein amerikanisches Familienmitglied (Fredericks Schodde aus Cincinnati) gründete den ersten amerikanischen Vergnügungspark in Palm Beach/Florida im Jahre 1910. Als die Familie Schodde aus den USA im Jahre 1928 Lembruch besuchte, fand allein schon ihr schnelles amerikanisches Automobil Aufsehen in ganz Norddeutschland. In Georg Friedrichs ausführlichem Tagebuch schrieb er im Jahre 1862, dass der Neid der örtlichen Bevölkerung das "Unangenehmste" seines Lebens war, was sich immer wieder in der darauffolgenden Zeit bestätigte, besonders als Friedrich Schodde die Goldmedaille der Bundesrepublik für den Schoddenhof und gleichzeitig Räumungsbefehle der Kreisverwaltung erhielt. Friedrich Schodde hatte mehrere hundert Strafanzeigen des damaligen Oberkreisdirektors, einem ehemaligen überzeugten NSDAP Mitglied, zu erdulden, der von Wilhelm Schodde im Entnazifierungsaussschuss aus reiner Gutmütigkeit zur Annahme neuer Ämter geduldet worden war. Seine Dankbarkeit dafür hat er gezeigt, indem er der Familie Schodde in den 60iger und 70iger Jahren das Leben extrem schwer gemacht hat. Friedrich Schodde musste den Bruder des Spiegel-Verlegers Rudolf Augstein, den Rechtsanwalt Josef Augstein engagieren, um sich vor den Attacken des Nazi- Oberkreisdirektors zu schützen. Besonders in der Umweltschutz-Klage gegen eine Entenfarm, hat sich dies gezeigt.
Georg Friedrich Krone Schodde's Tochter Margarethe Schodde, wurde Gouvernante in New York, London und Paris und war als Deutschlehrerin am englischen Königshof in Windsor Castle vor 1865 tätig; danach arbeitete sie für eine berühmte Adelsfamilie in Paris und musste wegen dem deutsch-französischen Krieg 1870 nach Lembruch zurückkehren. wo sie den Landwirt Junghans heiratete, mit welchem sie Zwillingskinder hatte, die beide zusammen im Alter von 4 Jahren tragisch bei einem Unfall gestorben sind. Im 20. Jahrhundert wurde der Tourismus eingeführt und 1926 das erste Wochenendhaus von Wilhelm Schodde gebaut. Wilhelm Schodde war wie seine Vorfahren ein überzeugter Hannoveraner und Verfechter der Unabhängigkeit des Landes Hannover von Deutschland. Er wurde als bekannter Nazigegner 1945 von der britischen Militärregierung als Bürgermeister von Lembruch eingesetzt. Nach dem letzten Weltkrieg fand der Camping Einzug am Dümmersee, und die traditionsreiche Landwirtschaft und der Landhandel gingen in den 70iger Jahren zu Ende. Friedrich Schodde heiratete Irmgard Luise Gökemeier Schmeltekopf, die ebenfalls ein Landhandelsgeschäft in Lembruch führte, und im Jahre 1972 erhielt Friedrich Schodde von Bundesminister Ertl die Goldmedaille der Bundesregierung für den besten Campingplatz Deutschlands. Friedrich Schodde hatte in der Umweltschutz-Klage gegen eine Bettfedernfabrik in den 60iger Jahren den Begriff "Umweltschutz" in Deutschland mitgeprägt, besonders da seine eigene Familie durch die Seeverschmutzung an Paratyphus erkrankt war und der Sohn im Alter von zwei Jahren im Jahre 1960 daran fast gestorben wäre. Die neue Generation lebt seit 1974 in der Schweiz und besitzt die Schweizer Staatsangehörigkeit (Bürger des Kantons Waadt). Gabriele Schodde war Schülerin des Le Rosey Institutes in Rolle und der St George School in Clarens. Sie besuchte danach eine Modeschule in Paris und heiratete 1996 den Sohn des Gesichtschirurgen Prof. Dr Schilli in Freiburg. Lange Zeit hatte sie eine Modefirma in Miami Beach/USA, in welcher sie ihre eigenen Kollektionen entwarf. Wilhelm Ulrich Schodde war Schüler der berühmten Ecole Internationale von Genf in La Chataigneraie neben dem Schloss der Schriftstellerin Germaine de Stael in Coppet, Student an der Universität Lausanne, in San Francisco USA und Paris sowie Fribourg, wo er Betriebswirtschaft und Schweizer Recht abschloss, und er ist nun, nach vielen Jahren in Genfer Banken, für die Schweizer Regierung in einer bundesverwaltungsgerichtlichen Kommission in Lausanne als Wirtschaftsjurist tätig. Seine Ehefrau Karin Grothe, ist das einzige Kind des deutschen Filmkomponisten Franz Grothe, GEMA Aufsichtsratsvorsitzender und Träger der höchsten deutschen Orden, der mit der norwegischen Sängerin und UFA-Schauspielerin Kirsten Heiberg verheiratet und 1936 für die Universal Studios Hollywood zusammen mit Jan Kiepura und Martha Eggerth tätig war. Franz Grothe lebte in Bad Wiessee/Oberbayern und Morcote/Tessin. Wilhelm Ulrich Schodde hat zusammen mit dem berühmten französisch-schweizerischen Architekten François Spoerry in Port Grimaud, der vom Architekturinstitut des Prinzen von Wales in London empfohlen wurde, seit 1992 ein neues Konzept zur Weiterentwicklung des Schoddenhofes im Zusammenhang mit dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück und der dabei erzielten völkerrechtlichen Anerkennung der Schweiz im Jahre 1648 in Osnabrück (durch den Basler Bürgermeister Johann Rudolf Wettstein) erarbeitet und dafür nach vielen Jahren Bemühungen und mit Unterstützung des Club-of-Rome Mitglieds Dr Juan Rada aus Chile, eine landesplanerische Feststellung der Landesregierung Niedersachsen erhalten. Die nach Erhalt der landesplanerischen Genehmigung von derzeitigen Nutzern (welche nur ca drei Euro Nutzungsgebühr pro Tag bezahlen) eingeleitete Kampagne mit der Presse hat den Tod von Frau Irmgard Schodde im Jahre 2002 mitverursacht. Die Presse und die Mieter, die ihre Privilegien behalten wollten, haben in einer Bürgerinitiative unter Leitung eines Rennstreckenentwicklers unter dem Deckmantel der Oekologie die Familie Schodde terrorisiert. Daraufhin hat Friedrich Schodde 2002 mangels Nachfolger vor Ort das Anwesen an eine Schweizer Gesellschaft veräussert, welche sich verpflichtet hat, die 800 jährige Tradition des Schoddenhofes weiterzuführen und ein neues Projekt zu entwickeln. Dies war ein schwerer Schritt nach 800 Jahren Kampf um den Besitz. Nach genau 468 Jahren hat die Familie Schodde ihr altes Bürgerrecht aus dem Waadtland (aus dem Jahre 1520) im Jahre 1988 zurückerlangt. Eine feierliche Einbürgerungszeremonie im Grossratssaal in Lausanne hat diese lange Exkursion ihres Vorfahrens in den Norden Deutschlands beendet. Die Familie Schodde ist in ihr Ursprungsland am Genfer See zurückgekehrt. Wie es das Schicksal wollte, hat ein Mitglied der Familie Chaudet, der Anwalt François Chaudet, Sohn von Bundespräsident Paul Chaudet aus Rivaz, die Wiedereinbürgerung der Familie Schodde im Jahre 1988 durchgesetzt. Damit kam die Geschichte zum Wendepunkt.